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Alles über Schulden: Insolvenz, Privatinsolvenz & hilfreiche Tipps

Schulden sind heute längst keine Seltenheit mehr. Nicht nur viele Privathaushalte sitzen heute in der Schuldenfalle, auch Staaten, wie Griechenland, aber auch Deutschland, verschulden sich Jahr für Jahr neu um die laufenden Ausgaben begleichen zu können. Private und Staatsschulden unterscheiden sich dabei meist lediglich in der Dimension – die Grundproblematik ist dieselbe.

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Es scheint ein Fluch der heutigen Zeit zu sein, grundsätzlich mehr auszugeben, als man hat. Einmal „auf Pump“ gekauft sinkt die Hemmschwelle und man wird immer mehr in den Schuldensog gezogen. Dann ist guter Rat teuer und der Aufwand groß, um sein Konto aus dem roten Bereich zu bekommen.

Was machen Sie nun mit Ihren Schulden? Auf diesem Portal und in den folgenden Absätzen können Sie Antworten auf diese Frage finden.

Wieso Schulden machen?

Wie bei jeder Problemlösung, ist e auch beim Thema Schulden wichtig, sich im ersten Schritt auf Ursachenforschung zu begeben.

  • Wodurch sind die Schulden entstanden?
  • Waren den die Schulden eine bewusste Entscheidung oder sind sie durch Verdrängung immer mehr gewachsen?
  • Wann begann die Schuldenspirale, wo war der Auslöser?
  • Gab es auch schon bei anderen Familienmitgliedern Schulden? Wurde mir das Schuldenmachen vielleicht vorgelebt und dadurch „in die Wiege gelegt?
  • Habe ich zu wenig Einkommen oder gebe ich zu viel aus?

All diese Fragen können dazu beitragen, dass Sie der Ursache für Ihre Schulden auf den Grund gehen. Nur wer die Ursache kennt kann nicht nur etwas gegen die Schulden unternehmen, sondern auch etwas für seine schuldenfreie Zukunft.

Wie verhindere ich, in Schulden zu kommen?

Verschiedene Studien, wie beispielsweise auch eine Untersuchung der Universität Mainz, haben ergeben, dass einer Überschuldung meist eine psychische Erkrankung zu Grunde liegt:

  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Psychosen

Hinzu kommen körperliche Erkrankungen, wie zum Beispiel

  • Wirbelsäulenerkrankungen oder
  • Gelenksschäden

Kommen dann auch noch schwierige familiäre Verhältnisse oder soziale Probleme hinzu, ist der Teufelskreis, die Schuldenfalle meist nicht mehr weit. Es braucht dann nur noch einen Auslöser und schon entscheidet man sich falsch.

Der häufigste Auslöser für Schulden ist Arbeitslosigkeit

Auch wenn das Geld bei bestehender Arbeit hinten und vorne nicht reichen mag und man vielleicht sogar schon einige Schulden angehäuft hat, wird der Schulden Sog meist dramatisch stärker, wenn eine plötzliche Arbeitslosigkeit eintritt. Gerade dann, wenn über einen längeren Zeitraum keine Arbeit gefunden wird, tritt auch Perspektivlosigkeit ein. Betroffene haben keinen Antrieb mehr und machen Schulden ohne sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen.

Meist treten dann auch andere Probleme wie eine Kettenreaktion auf. Es kommt zu familiären Problemen – Scheidung, Unterhaltszahlungen – die Lage ist dann meist dramatisch.

Der einzige rettende Schritt ist in diesem Fall meist nur noch der Gang zur Schuldnerberatung beziehungsweise Insolvenzberatung. Hier werden die Schulden geordnet, Verhandlungen mit Gläubigern geführt, ein privates Insolvenzverfahren eingeleitet und Tipps zum richtigen Umgang mit Geld gegeben.

Das Wichtigste in dieser Phase und das Einzige das man als Schuldner jetzt machen muss: Man darf keine weiteren Schulden machen.

Staatsschulden – Schuldenuhr, Schuldenbremse, Schuldenschnitt

Wie bereits erwähnt, machen nicht nur private Haushalte Schulden, auch die sogenannte “Staatsverschuldung” ist heute immer mehr im Gespräch. Hier spricht man von der Staatsschuldenquote, die in Prozent ausgedrückt aktuell von Griechenland angeführt wird.

Laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds (Oktober 2014) liegt die Staatsverschuldung in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt Griechenlands bei 177 Prozent. Deutschland liegt mit 75 % im Mittelfeld.

Übersicht über die Staatsverschuldung in Prozent des BIP europäischer Staaten

Land Staatsschuldenquote in Prozent
Griechenland 177
Italien 132
Portugal 130
Irland 110
Zypern 108
Belgien 106
Spanien 98
Frankreich 95
Großbritannien 89
Kroatien 85
Österreich 84
Slowenien 81
Ungarn 77
Deutschland 75
Niederlande 69
Malta 68
Finnland 59
Slowakei 54
Polen 50
Dänemark 45
Schweden 44
Tschechische Republik 43
Litauen 41
Rumänien 40
Lettland 40
Bulgarien 28
Norwegen 26
Luxemburg 24
Estland 11

Stand 2014, Quelle: http://www.imf.org/

Zum Thema Staatsverschuldung treten auch immer wieder drei Begriffe auf:

Die Schuldenuhr

Die Schuldenuhr ist ein öffentlicher Zähler, er in verschiedenen Städten an öffentlichen Gebietskörperschaften angebracht ist. Er wird (meist sekundenweise) aktualisiert und soll das Fortschreiten der Staatsverschuldung deutlich machen.

Bekannte Schuldenuhren:

  • Die Schuldenuhr von Seymour Durst an der Kreuzung der 42nd Street und der Avenue of the Americas zeigt die Staatsverschuldung der USA.
  • Die deutsche Schuldenuhr befindet sich seit 2004 am Gebäude der Zentrale des Bundes der Steuerzahler.

Schuldenuhren im Internet

Auch im Internet werden mittlerweile Live-Zähler der Staatsschulden zur Verfügung gestellt. So zum Beispiel auf dem Portal

http://www.haushaltssteuerung.de/schuldenuhren-europa-eu.html

Die Schuldenbremse

Unter der Schuldenbremse versteht man eine verfassungsrechtliche Regelung, die für eine Begrenzung der Staatsverschuldung sorgen soll. Eingeführt wurde die Schuldenbremse in Deutschland im Jahr 2009. Dadurch war sogar eine Verfassungsänderung notwendig.

Nachzulesen ist die Schuldenbremse heute im Art. 109 Abs. 3 Grundgesetz (GG).

Der Schuldenschnitt

Ein Schuldenschnitt in Bezug auf eine Staatsverschuldung bedeutet gleichzeitig auch einen Schuldenerlass. Nur so kann die Zinslast und damit auch das Haushaltsdefizit eines überschuldeten Staates gesenkt werden. Durch einen Schuldenschnitt ist es möglich, ein verschuldetes Land langfristig neu am Kapitalmarkt zu finanzieren und damit zukunftsorientierte Sanierungsmaßnahmen zu setzen. Näheres zum Thema Schuldenuhr, Schuldenschnitt und Schuldenbremse können Sie auf den jeweiligen Themenseiten dieses Portals nachlesen!

Was sind Schulden?

Nicht nur die Frage, warum sich Schulden anhäufen ist wichtig, wenn es darum geht der Schuldenfalle zu entfliehen. Auch die grundsätzliche Analyse der Schulden ist von besonderer Wichtigkeit. Was sind also Schulden und wie setzen Sie sich zusammen?

Schulden: Definition und Begriffserklärung

Grundsätzlich werden als Schulden alle Verbindlichkeiten gegenüber Dritten bezeichnet. Schulden können sowohl von juristischen, als auch von natürlichen Personen verursacht werden. In der Gesetzgebung unterscheidet man zwischen zivilrechtlichen Schulden, handelsrechtlichen Schulden und steuerrechtlichen Schulden. Die jeweiligen Definitionen finden Sie in den unterschiedlichen Gesetzen und Verordnungen.

In direktem Zusammenhang zum Begriff Schulden steht auch die Schuldentragfähigkeit.

Was versteht man unter der Schuldentragfähigkeit?

Ganz gleich, ob es sich um eine natürliche oder juristische Person handelt, spiegelt die Schuldentragfähigkeit immer das eigentliche Ausmaß der Überschuldung aus. Maßgebend für die Höhe der Überschuldung ist nicht die Höhe der Schulden an sich, sondern wie gut der Schuldner diese tragen und reduzieren kann – die Schuldentragfähigkeit. “Schulden zu tragen” bedeutet jedoch nicht nur das Reduzieren der offenen Verbindlichkeiten, sondern auch das regelmäßige Bezahlen des Schuldendienstes, auch Kapitaldienst genannt.

Was versteht man unter Schuldendienst?

Unter Schulden- oder Kapitaldienst versteht man die Nebenkosten, die während des Tilgungszeitraums anfallen.

Besonders markant sind in diesem Bezug

  • die Tilgung an sich und
  • die Zinsen

Tilgung

Unter der Tilgung versteht man die ordentliche oder außerordentliche Rückzahlung einer Verbindlichkeit – entweder teilweise oder zur Gänze. Die Tilgung wird in der Regel bereits bei Gewährung des Kredits oder des Darlehens mittels Tilgungsplan festgelegt. Ordentliche Tilgungsbeiträge werden im Normalfall zu ebenfalls vorher festgelegten Terminen fällig.

Gegensatz: Außerordentliche Tilgung

Das Gegenteil zur ordentlichen Tilgung ist die außerordentliche Rückzahlung. Für diese Art der Tilgung werden in der Regel ebenfalls vorab spezielle Konditionen vereinbart.

Zinsen

Die Höhe der Zinsen wird für gewöhnlich per annum (p. a.) angegeben. Etwas seltener sind die Angaben in Prozenten p. M. (pro mese) oder p. Qu (nach Quartal).

Wenn Sie einen Kredit abschließen, ist ein Vergleich natürlich sehr empfehlenswert und auf jeden Fall anzuraten. In diesem Fall sollten Sie das Hauptaugenmerk vor allem auf den effektiven Jahreszins oder Effektivzinssatz legen. Er schließt nicht nur die Zinsen ein, sondern inkludiert auch Spesen, Bearbeitungsgebühren und andere Nebenkosten.

Schulden-Arten

Schulden lassen sich in vielerlei Hinsicht kategorisieren. Im Folgenden finden Sie einen kleinen Überblick über die verschiedenen Arten von Schulden – geordnet nach unterschiedlichen Gesichtspunkten:

Staatsschulden

Staatschulden nach der Schuldenstatistik seit 2010:

  • Schulden aus dem öffentlichen Bereich
  • Schulden aus dem nicht-öffentlichen Bereich
  • Kreditähnliche Rechtsgeschäfte

Schuldenarten, gegliedert nach dem Typ der öffentlichen Einheiten:

  • Schulden der Kernhaushalte
  • Schulden der Extrahaushalte
  • Schulden der sonstigen FEUs des Marktsektors/Nicht-Staatssektors

Schuldenarten, gegliedert nach den Ebenen im föderalen System:

  • Schulden der Kommunen
  • Schulden der Bundesländer
  • Schulden des Bundes

Schuldenarten, unterschieden in der Währung in der diese aufgenommen wurden:

  • interne Staatsschulden
  • externe Staatsschulden

…oder nach der Staatsangehörigkeit des Gläubigers:

  • Inlandsschulden
  • Auslandsschulden

Schulden natürlicher Personen

Während Staatsverschuldungen oft in verschiedenste Arten kategorisiert werden, macht eine umfangreiche Gliederung von Schulden privater Haushalte in der Regel nur wenig Sinn. Hier reicht folgende Untergliederung:

  • Kreditschulden
  • Mietschulden
  • Energieschulden
  • Unterhaltsschulden

Noch wesentlicher ist allerdings die Unterteilung in “gute” und “schlechte” Schulden!

Gute und schlechte Schulden

Obwohl die Bezeichnung “gute Schulden” für mach Betroffenen wie ein schlechter Scherz wirken mag, ist eine Unterscheidung in gute und schlechte Schulden durchaus möglich und sinnvoll. Im Folgenden erfahren Sie was unter diesen beiden Begrifflichkeiten zu verstehen ist.

Was sind gute Schulden?

Unter guten Schulden versteht man Verbindlichkeiten, die im weitesten Sinne von jemand anderem bezahlt werden. Es handelt sich somit um Schulden, denen ein regelmäßiger Ertrag in annehmbarer Höhe entgegensteht.

  • Ein gutes Beispiel für gute Schulden ist etwa der Kredit für den Ankauf eines Mietshauses, dessen Mieteinnahmen für die Tilgung des Kredits herangezogen werden.
  • Ein weiteres Beispiel ist die Kreditaufnahme im Rahmen einer Umschuldung. Durch den Abschluss eines neuen Kredits mit günstigeren Konditionen kann ein alter, weitaus teurerer Kredit getilgt werden. In Summe ergibt sich für den Schuldner durch den Zinsgewinn ein günstigerer Schuldendienst.

Was sind schlechte Schulden?

Unter schlechten Schulden versteht man alle Verbindlichkeiten, deren Tilgung das eigene Einkommen schmälert – somit Schulden – denen keine direkte Einnahme gegenübersteht. Eine der am weitesten verbreiteten schlechten Schulden sind Konsumschulden – Kredite, die zum Beispiel für die Anschaffung eines Autos, Möbeln oder ähnlichen.

Wie schnell die Schuldenfalle gerade bei Konsumschulden zuschnappen kann zeigt eine Statistik aus dem Jahr 2013. Demnach war im Schnitt jeder deutsche Haushalt mit rund 33.000 Euro verschuldet.

Noch weit dramatischer ist der Blick in die Zusammensetzung dieser Schulden:

Gläubiger Anteil an den durchschnittl. Schulden pro Haushalt
Kreditinstitute 54 %
Inkassobüros 11 %
Öffentliche Gläubiger 14%
Telekommunikationsunternehmen 2 %
Versandhäuser 2 %

Quelle: statistisches Bundesamt

Nach den drei ersten großen Gläubigerarten reihen sich direkt die Telekommunikationsunternehmen und Versandhäuser mit jeweils 2 %. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick wenig, beträgt jedoch auf die gesamte Schuld von 33.000 Euro pro Haushalt insgesamt rund 1.300 Euro. Hinzu kommen die Inkassobüros, hinter denen sich in der Regel ebenfalls ein großer Anteil an Konsumschulden verbirgt.

Um sorgenlos und finanziell einigermaßen stabil zu leben, ist es somit wichtig, im ersten Schritt Schulden abzubauen und im zweiten Schritt keine neuen Schulden und vor allem keine Konsumschulden zu machen.

Wie kann man Schulden abbauen?

Wer bereits weiß, warum er Schulden macht und wie viel Schulden er hat bereits einen ganz wesentlichen Schritt in Richtung Schuldenfreiheit gemacht. Denn gerade darin liegt meist das größte Problem: Sich seine Schulden eingestehen und die Ursachen zu erkennen. Erst nachdem Sie diesen ersten Schritt getan haben, können Sie sich wirklich auf den zweiten Schritt konzentrieren: Das Abbauen der Schulden.

Suchen Sie sich für den Weg aus den Schulden professionelle Hilfe

Hat die Schuldenfalle erst einmal zugeschnappt, finden die Wenigsten wieder von selbst heraus. Aus einem Ansturm an Mahnschreiben, Inkassobriefen und Lohnpfändungen, Ratenvereinbarungen und Besuchen des Gerichtsvollziehers entwickelt sich ein undurchsichtiges Labyrinth, das sogar mit professioneller Hilfe nicht ohne Kraftakt und Durchhaltevermögen zu bewältigen ist.

Wenden Sie sich aus diesem Grund auf jeden Fall an eine Schuldnerberatung.

Was sind die Aufgaben einer Schuldnerberatung? Was macht ein Schuldnerberater?

Eine Schuldnerberatung hat drei wichtige Aufgaben:

  1. Die Analyse der angefallenen Schulden
  2. Schuldenbereinigung und/oder Privatinsolvenz
  3. Die Beratung hinsichtlich des künftigen Umgangs mit Geld

Das Ziel einer Schuldnerberatung kann somit folgendermaßen zusammengefasst werden:

Eine Schuldnerberatung stellt die Lebensqualität des Schuldners durch die Regelung der Schuldentilgung wieder her. Zudem setzt die Schuldnerberatung Maßnahmen zur Prävention hinsichtlich einer neuen Verschuldung.

Schritt 1: Analyse der Schulden

Bei der Schuldenanalyse besteht die Aufgabe der Schuldnerberatung im Wesentlichen darin, sich durch die Unterlagen des Schuldners sowie Recherchearbeiten bei Gläubigern und Ämtern, einen Überblick über die Verschuldung zu verschaffen.

Wie viel Aufwand diese Schuldenanalyse mit sich bringt ist maßgeblich von der Mitarbeit des Schuldners abhängig. Er muss sämtliche, im vorliegende Unterlagen an den Schuldnerberater aushändigen. Zudem unterzeichnet der Schuldner eine Vollmacht, die es dem Schuldnerberater ermöglicht, Auskünfte hinsichtlich der Verbindlichkeiten bei den Gläubigern einzuholen.

Schritt 2: Schuldenbereinigung und/oder Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz sollte immer der letzte Schritt sein. Wenn es die Schuldenhöhe und die Schuldentragfähigkeit des Schuldners zulässt wird in der Regel immer eine außergerichtliche Schuldenbereinigung angestrebt.

Bei der Schuldenbereinigung nimmt die Schuldenberatung Kontakt mit allen Gläubigern beziehungsweise mit den zuständigen Rechtsvertretern auf und arbeitet ein Angebot zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung aus. Hier wird meist entweder eine Einmalzahlung oder eine Ratenzahlung in Kombination mit einem Teilverzicht durch die Gläubiger ausgearbeitet.

Wird das Angebot zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung von allen Parteien akzeptiert, geht es an die Planumsetzung für den Schuldner. Dieser wird die Schulden entsprechend des ausgearbeiteten Plans abbezahlen und ist damit in absehbarer Zeit wieder schuldenfrei.

Ist keine außergerichtliche Schuldenbereinigung sinnvoll oder wird das Angebot von den Gläubigern abgelehnt, bleibt meist nur noch die Privatinsolvenz.

Insolvenzberatung – Ablauf von Insolvenzen

Entscheidet man sich für eine Privatinsolvenz muss diese erst einmal bei Gericht beantragt werden. Im Detail werden drei Anträge gestellt:

  1. Antrag auf die Eröffnung einer Insolvenz
  2. Antrag auf Prozesskostenstundung
  3. Antrag auf eine Restschuldbefreiung

Im ersten Schritt muss die Prozesskostenstundung gewährt werden. Ist dies erfolgt, wird meist auch einer Insolvenzeröffnung zugestimmt. In Einzelfällen wird einer Prozesskostenstundung nicht zugestimmt – dann sind die Kosten vorab zu bezahlen oder es kommt zur kompletten Ablehnung des Insolvenzantrags.

Nach dem Eröffnungsbeschluss erfolgt die sogenannte Wohlverhaltensphase oder Abtretungsfrist. Dieser Zeitraum beschränkt sich in der Regel auf sechs Jahre, während derer ein Teil der Schulden in regelmäßigen Zahlungen getilgt werden muss. Sofern dieser Zeitraum erfolgreich und ohne weitere Zahlungsausfälle bestritten wurde, wird die Restschuld erlassen und man ist schuldenfrei.

Schritt 3: Beratung / Prävention damit keine neuen Schulden gemacht werden

Eines vorweg: Wer sich an eine Schuldnerberatung wendet sollte sich zweier Dinge bewusst sein:

  • Jede Schuldnerberatung bricht ihre Beratungstätigkeit ab, sofern neue Schulden gemacht werden.
  • Eine Privatinsolvenz kann in der Regel nur einmal im Leben gemacht werden.

Das bedeutet in diesem Fall: Sie haben nur eine Chance Ihren Schulden möglichst schnell und schmerzlos Auf Wiedersehen zu sagen. Ein zweites oder drittes Mal wird es dann bereits um einiges unangenehmer und schwieriger.

Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich darüber bewusst werden, dass Sie nicht nur Ihr Schulden, sondern auch ihren falschen Umgang mit Geld loswerden sollten.

Die Schuldnerberatung kann hierzu wichtige Tipps liefern und berät auf Wunsch auch über einen längeren Zeitraum. Im Beitrag “Schuldenhilfe im Detail” sowie im folgenden Absatz erfahren Sie, was Sie dafür tun können, um künftig keine Schulden mehr zu machen.

Wie verhindere ich, in Schulden zu kommen?

Um keine Schulden zu machen, gilt es einige wenige Tipps und Ratschläge zu befolgen. Eine der wichtigsten Grundsätze voraus: Wenn Sie nicht mehr Geld ausgeben, als Sie besitzen, können Sie künftig keine Schulden mehr machen! Was banal klingt, ist jedoch nicht ganz so einfach, denn die Verlockungen des Alltags sind größer als man denkt. Zudem ist es wichtig, vorab einige Voraussetzungen zu schaffen, um erst gar nicht in die Situation zu kommen, mehr Geld ausgeben zu müssen, als man hat.

Es ist nicht immer nur Konsum

Nicht für alle bedeutet Schulden in “Saus und Braus” zu leben. Viele sind auch zu einem großen Teil über die alltäglichen Fixkosten in die Schuldenspirale gelangt. Oft sind es auch unvorhersehbare große Ausgaben, die einen in die Schuldenfalle treiben.

Die Frage in diesem Bezug ist: Wie hätte man diesen Situationen entgegenwirken können?

Damit Sie wissen, was Sie künftig für ein sorgen- und vor allem für ein schuldenfreies Leben tun müssen, möchten wir Ihnen einige Ratschläge an die Hand geben.

Das 1 x 1 eines schuldenfreien Lebens

  1. Bewahren Sie den Überblick.
  2. Seien Sie diszipliniert wenn es um das Ausgeben von Geld geht.
  3. Zahlen Sie Rechnungen und Raten immer pünktlich.
  4. Kalkulieren Sie stets mit dem Einkommen, das Sie fix monatlich bekommen
  5. Seien Sie ehrlich zu sich selbst.
  6. Versuchen Sie jeden Vertrag und alle Unterlagen in finanziellen Belangen wirklich zu verstehen.
  7. Sehen Sie stets der Realität ins Auge und bitten Sie bei Bedarf um Hilfe.

Für den nötigen Überblick kann ein Haushaltsbuch helfen. Abgesehen davon sind jedoch alle Punkte selbsterklärend. Wenn Sie diese sieben Ratschläge befolgen, haben Sie gute Chancen auf ein geregeltes, schuldenfreies Leben.

Was Sie außerdem für Ihre schuldenfreie Zukunft tun können!

Neben den oben angeführten grundsätzlichen Tugenden, die Sie für ein schuldenfreies Leben mit sich bringen sollten, haben wir für Sie noch einige weitere Tipps zusammengestellt. Diese werden Ihnen helfen, dass Ihr Leben künftig nicht mehr aus finanziellen Bahnen gerät:

Tipp Nr. 1: Überziehen Sie Ihr Konto nicht mehr!

Der Dispo gehört zu den häufigsten Auslösern einer Schuldenspirale. Sollzinsen von 8 Prozent und mehr, hohe Verzugszinsen und Strafen sorgen dafür, dass Sie sich nur sehr beschwerlich wieder aus dem roten in den grünen Bereich bewegen. Sorgen Sie im ersten Schritt dafür, dass Sie Ihr Konto nicht mehr überziehen können. Bitten Sie Ihren Bankberater einfach, Ihren Dispo auf null zu setzen.

Anschließend sollten Sie bestenfalls ein zusätzliches Tagesgeldkonto eröffnen. Hier deponieren Sie zwei bis drei Monatsgehälter als “Reserve”. Der Grund liegt hier in der Verzinsung, die bei einem Tagesgeldkonto, das dennoch eine tägliche Behebung zulässt, höher ist als auf dem gewöhnlichen Girokonto.

Tipp Nr. 2: Bleiben Sie am Boden

Hören Sie damit auf, leichtsinnig Anschaffungen auf Kreditbasis zu kaufen. Dadurch verlieren Sie den Überblick und Sie kaufen mehr, als Sie sich leisten können.

Hüten Sie sich vor Spielchen, wie Vergleiche mit dem Nachbarn, Freunden oder der Familie. Sie müssen nicht alles haben, was andere besitzen. Seien Sie stattdessen mit dem zufrieden, was Sie haben.

Tipp Nr. 3: Legen Sie sich ein finanzielles Polster an

Sie sollten immer zwei bis vier Monatsgehälter für unvorhergesehene Ausgaben auf Reserve haben. Idealerweise legen Sie dieses Geld, wie bereits erwähnt, auf einem Tagesgeldkonto an. Hier können Sie jederzeit über Ihr Geld verfügen.

Tipp Nr. 4: Planen sorgt für Überblick

Führen Sie ein Haushaltsbuch und planen Sie Ihr Haushaltsbudget. Nur so behalten Sie den Überblick über Ihr Geld. Dabei sollten Sie auf jeden Fall nicht zu knapp planen um unvorhersehbare Ausgaben decken zu können und budgetieren Sie ausschließlich mit dem fixen Einkommen.

Tipp Nr. 5: Bezahlen Sie nur noch bar

Versuchen Sie sich das Bezahlen mit EC-Karte abzugewöhnen.

Durch das bargeldlose Bezahlen übersehen Sie schnell, was Sie noch auf dem Konto haben und rutschen ins Minus – sie verlieren den Bezug zum Geld.

Tipp Nr. 6: Kein Glücksspiel!

Denken Sie realistisch. Das bedeutet auch: Kein Glücksspiel! Wenn Sie eines wissen sollten dann, dass es nichts geschenkt gibt. Die Einzigen, die beim Glücksspiel gewinnen, sind die Lotterien.

Schulden – „kommen nicht von ungefähr“

Grundsätzlich spricht man dann von Schulden, wenn man als natürliche oder juristische Person von einem Dritten Kapital erhalten hat, dass man noch zurückzahlen muss. Auch die Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder der Kauf von Waren, die man noch nicht bezahlt hat, fällt in den Bereich der Schulden. Noch vor einigen Jahrzehnten war der Begriff der Schulden oder des „Schulden machen“ äußerst negativ belastet. Heutzutage ist es so, dass Schulden etwas ganz normales geworden sind, was sich auch an der Tatsache erkennen lässt, dass mehr als jeder zweite Haushalt in Deutschland schon einmal einen Kredit aufgenommen hat, also in dem Sinne auch Schulden gemacht hat.

Das Schulden machen an sich ist auch noch gar kein Problem, gefährlich wird es erst dann, wenn man sich überschuldet hat. Dieses ist allerdings leider bei immer mehr Personen der Fall. Derzeit geht man aufgrund neuer Zahlen davon aus, dass jeder zehnte Haushalt in Deutschland überschuldet ist, also nicht mehr in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß nachzukommen. Neben vielen anderen Ursachen ist eine mögliche Begründung unter anderem auch, dass es dem Bürger heute sehr leicht gemacht wird, Schulden zu machen, sodass manche Menschen irgendwann den Überblick über ihre Einnahmen und vor allem über die Ausgaben in Form der Darlehensraten verlieren.

Schulden

Die Schuldenfalle

Schulden sind immer dann kein größeres Problem, wenn ein Wert dagegen steht. So ist zum Beispiel die Finanzierung einer Immobilie oder eines neuen Autos heute für die meisten Bürger kaum ohne Kreditaufnahme möglich. Solange man über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, welches auch zur Abzahlung des aufgenommenen Kredites ausreicht, sind die Schulden also in dem Zusammenhang als „harmlos“ zu bezeichnen.

Kritisch wird es erst dann, wenn sich in negativer Weise Änderungen in der finanziellen Situation ergeben, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit. In Folge dieser negativen Ereignisse kommt es dann nicht selten vor, dass man seine Schulden nicht mehr wie geplant begleichen kann. Von dieser Grundlage ausgehend, bildet sich manchmal dann die so genannte Schuldenspirale. Man muss immer mehr Zinsen und Mahngebühren zahlen, unter Umständen sogar neue Kredite aufnehmen, und statt seine Schulden zu reduzieren, macht man nicht selten noch neue Schulden.

Konsultieren Sie einen Schuldnerberater bevor es Schwierigkeiten gibt

Aufgrund der zuvor beschriebenen Fakten ist es heutzutage leider auch so, dass die Personen, die sich beruflich mit den Schulden und Schuldnern befassen, nämlich die Schuldenberater, mehr als gut ausgelastet sind. Immer mehr Menschen müssen die Dienste eines solchen Beraters in Anspruch nehmen, weil sie alleine keinen Ausweg mehr sehen, ihre Schulden auf Dauer reduzieren zu können. Dabei ist es manchmal mit ganz einfachen Mitteln möglich, sich selber vor einer Überschuldung zu schützen.

Dieses beginnt bereits mit der simplen Aufstellung einer monatlichen Einnahmen- und Ausgabenrechnung, denn es ist die Basis, um überflüssige Schulden zu vermeiden, dass man seine Ausgabensituation kennt. Nur wenn man darüber informiert ist, welche Kreditraten man bereits in der Summe bezahlt und ob man überhaupt noch weiteres frei verfügbares Einkommen besitzt, kann man sich darüber Gedanken machen, ob man eventuell noch neue Schulden machen kann oder möchte. Daher ist die Kontrolle der Ausgaben ein ganz entscheidender Aspekt, um eine Überschuldung zu vermeiden.

Immer mehr deutsche Haushalte häufen Schulden auf!

In Deutschland haben gerade auch Familien – und damit auch deren Kinder – oftmals solch´ hohe Schulden, dass ihnen diese quasi „über den Kopf“ gewachsen sind. Der häufigste Grund für diese Schuldenfalle: Arbeitslosigkeit! Allein in Deutschland waren im Jahr 2008 immerhin drei Millionen Haushalte überschuldet. Und das heißt, dass diese ihren monatlichen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten. Kurz gesagt: Die Lebenshaltungskosten und Kreditrückzahlungen sind höher als das Einkommen – und das heißt: nichts geht mehr! Nach den Aussagen des statistischen Bundesamtes sind es vor allem in die Arbeitslosigkeit geratene Menschen im mittleren Alter (35 – 45 Jahre), die übermäßige Schulden machen müssen!

Übrigens: zu den drei Millionen verschuldeten Haushalten kommen mehr als eine Millionen dazu, die kurz vor einer Zahlungsunfähigkeit stehen. Auch viele Jugendliche sind mittlerweile immer öfter verschuldet. Ein häufiger Grund dafür: damit sie ein neues Handy bekommen können, schließen sie einen weiteren Handyvertrag ab. Oft ist dies – alleine wegen der höheren Telefongebühren – deutlich teurer, als eines ohne Vertrag zu kaufen.

Wichtig: niemals mehrere Telefonverträge gleichzeitig! Viel besser sind Prepaid-Karten: diese geben ein Limit vor. Und da vorab gezahlt wird, können so keinerlei Schulden entstehen. Das Bundesamt für Statistik hat weiterhin ermittelt, dass sich die Haushalte mit derart hohen Schulden seit 1990 in Deutschland verdoppelt haben. Statistisch bedeutet dies, dass jeder 12. Haushalt bei uns davon betroffen ist. Bei fast 30 Prozent ist der Grund für die Schulden in der eigenen Arbeitslosigkeit zu finden. Aber auch Trennungen oder Scheidungen vom Partner – oder auch dessen Tod – sind weitere Gründe dafür.

Viele scheitern in der Selbstständigkeit und machen Schulden

Zu dem kommen Krankheiten, Süchte und Unfälle. Sehr oft allerdings werden auch dadurch Schulden angehäuft, dass zahllose Bestellungen – z.B. bei Versandhäusern im Internet – geordert werden, ohne dass diese überhaupt bezahlt werden können. Immerhin zehn Prozent der Betroffenen geben an, durch eine gescheiterte Selbstständigkeit in eine Verschuldung geraten zu sein. Übermäßige Schulden können Partnerschaften und ganze Familien „zerstören“: auch so genannte Freunde halten immer mehr Abstand oder vermeiden sogar ganz einen weiteren Kontakt. Auch die Kinder verschuldeter Eltern leiden darunter. Viele zeigen dies nur indirekt: z.B. bringen sie schlechtere Leistungen in der Schule oder sie fallen wegen steigender Aggressivität auf. Wer scheinbar aus seinen Schulden nicht mehr rauskommt, der sollte sich Hilfe holen: bei einer Schuldnerberatungsstelle. Bundesweit gibt es immerhin ca. 1300 davon.

Und gerade dann, wenn Sie sich nicht mehr zu Ihrem Briefkasten trauen und dieser immer voller wird: die Mahn- und Vollstreckungsbescheide sind wichtige Dokumente, die ab dem Zustelltag amtlich wirksam sind. Ganz wichtig: hier bemühen sich die Mitarbeiter mit Ihnen gemeinsam, einen möglichst genauen Überblick über Ihre Schulden zu verschaffen. Außerdem entwickeln Sie einen Plan, wie Sie zukünftig mit den Schulden umzugehen haben – z.B. in dem Sie errechnen, wie viele Schulden monatlich abgetragen werden können.

Weiterhin helfen Ihnen die Fachleute dort auch bei Verhandlungen mit Ihren Gläubigern, um z.B. mögliche Ratenzahlungen auszuhandeln. Tipp: wenn Sie einen Termin bei einer Schuldnerberatung ausgemacht haben, sollten Sie Ihre Unterlagen möglichst gut und genau vorbereiten – so wird die Durchsicht beim Beratungstermin einfacher! Weiterhin erhalten Sie hier (lebens-)wichtige Informationen: z.B. über Pfändungsfreigrenzen!

Wichtig: viele Schuldner fallen zusätzlich oft noch einem unseriösen Kreditvermittler in die Hände. Die wollen denen angeblich einen super günstigen Kredit verschaffen – und sobald die Verträge unterschrieben sind, weiß keiner mehr genau, was eigentlich abgesprochenen war bzw. die im Vertrag stehenden Bedingungen sind auf einmal ganz andere. Dadurch geraten viele in eine noch verzwicktere Problemsituation. Damit Sie einen aktuellen Überblick über Ihre Ausgaben bekommen, sollten Sie ab sofort ein Haushaltsbuch führen. In diesem schreiben Sie genauestens ein, für was Sie wie viel Geld ausgegeben haben. Mit diesen „kleinen“ Schritten bekommen Sie nach und nach endlich wieder Licht ins Dunkel der Schulden.